18. September 2026 Kendrick de Zwart Lesezeit: 5 Minuten

Neues Kupfer für Rotterdams Kulturerbe

Eine Rotterdamer Ikone wird restauriert

Roba Metals liefert rund 37 Tonnen neues Kupfer für die Restaurierung der denkmalgeschützten Maastunnelgebäude in Rotterdam. Auch das bei den Arbeiten anfallende Altkupfer wird zurückgenommen und hochwertig recycelt.

Nach mehr als 80 Jahren sind verschiedene Teile der Gebäude umfassend sanierungsbedürftig. Im Auftrag der Stadt Rotterdam werden daher unter anderem Fassaden, Fenster, Fensterrahmen und Dächer instand gesetzt oder ersetzt. Auch Terrazzoböden und Kunstwerke werden restauriert. Dabei orientiert sich die Restaurierung so weit wie möglich am Erscheinungsbild und an der Farbgebung der Gebäude bei ihrer Fertigstellung im Jahr 1942.

Die Restaurierungsarbeiten begannen Ende 2025. Die Arbeiten auf der Südseite der Maas werden voraussichtlich bis in das Jahr 2027 dauern. Auf der Nordseite sollen die Arbeiten voraussichtlich Anfang 2028 abgeschlossen sein.

Neues Kupfer für ein vertrautes Stadtbild

Ein besonders auffälliger Teil der Restaurierung ist die Erneuerung der Kupferarbeiten an den Dächern und Fassaden. Ridder Skins for Buildings, Spezialist für Dach- und Wandsysteme aus Metall, ist für die Ausführung der Kupferarbeiten verantwortlich. Roba Metals arbeitet im Bereich Kupfer bereits seit vielen Jahren eng mit Ridder zusammen und liefert das für dieses besondere Projekt benötigte neue Material.

Insgesamt handelt es sich um rund 37 Tonnen walzblankes DHP-Kupfer von KME, das in verschiedenen Abmessungen als Band und Blech geliefert wird. Roba ist Partner von KME für den Vertrieb von Kupferprodukten für Dach- und Fassadenanwendungen in den Benelux-Ländern.

Aufgrund seiner guten Formbarkeit, Korrosionsbeständigkeit und langen Lebensdauer eignet sich Kupfer hervorragend für architektonische Anwendungen wie Dachdeckungen und Fassadenbekleidungen. Das Material verbindet technische Leistungsfähigkeit mit einer besonderen Optik und kann zudem ohne Qualitätsverlust vollständig recycelt werden.

Kendrick de Zwart, Sales Manager Nichteisenmetalle bei Roba Metals

„Kupferprojekte dieser Größenordnung sind in den Niederlanden selten. Wir sind stolz darauf, als Partner von KME und Lieferant von Ridder Skins for Buildings zur Restaurierung der ikonischen Maastunnelgebäude beizutragen. Das Projekt ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Zusammenarbeit, handwerkliches Können und hochwertige Materialien zusammenkommen.“

Von walzblankem Kupfer zu grüner Patina

Unmittelbar nach der Montage weist das neue Kupfer seine charakteristische helle, rötliche Kupferfarbe auf. Unter dem Einfluss von Wetter und Klima verändert sich die Oberfläche anschließend schrittweise. Zunächst bildet sich eine gleichmäßige dunkle Oxidschicht. Im Laufe der Jahre entwickelt sich darauf die charakteristische grüne Patina, die so eng mit dem vertrauten Erscheinungsbild der Maastunnelgebäude verbunden ist. Dieser natürliche Prozess braucht Zeit. Die Bildung einer vollständig neuen und geschlossenen Patinaschicht kann mehrere Jahrzehnte dauern. Der Farbwechsel erfolgt heute langsamer als früher, unter anderem weil die Luft weniger Schwefel enthält. Gerade diese natürliche Entwicklung macht Kupfer zu einem besonderen Material. Es verändert sich gemeinsam mit dem Gebäude und dessen Umgebung. Die vorübergehende rötliche Kupferfarbe weicht schließlich wieder dem unverwechselbaren Grün, das seit Jahrzehnten zum Rotterdamer Stadtbild gehört.

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Lieferung auf Abruf und Preissicherheit

Die Größe und die lange Laufzeit des Projekts erfordern nicht nur das richtige Material, sondern auch eine passende kaufmännische und logistische Lösung. Für Ridder Skins for Buildings war es wichtig, nicht das gesamte Materialvolumen auf einmal abnehmen zu müssen. Roba hält das benötigte Material daher auf Lager und auf Abruf verfügbar. Im Laufe des Jahres 2026 und Anfang 2027 wird es in kleineren Teilmengen ausgeliefert.

Darüber hinaus wurde der Preis für das vereinbarte Gesamtvolumen für die gesamte Projektlaufzeit festgelegt. Dadurch verfügt Ridder sowohl über Versorgungssicherheit als auch über Preissicherheit. Das Material kann genau dann abgerufen werden, wenn es auf der Baustelle benötigt wird.

Mit diesem Ansatz bietet Roba weit mehr als die reine Lieferung von Kupfer. Durch die Abstimmung von Materialverfügbarkeit, Preisvereinbarungen und Logistik wird der Kunde während der gesamten Projektausführung so weit wie möglich entlastet.

Altkupfer zurück in den Materialkreislauf

Neben der Lieferung des neuen Kupfers übernimmt Roba auch die Verarbeitung und das Recycling des Altkupfers, das bei der Restaurierung anfällt. Seit Juni 2026 werden die ersten Rücklaufmengen gesammelt. Insgesamt werden im Laufe des Projekts voraussichtlich rund 40 bis 50 Tonnen Kupfermaterial zurückgewonnen. Das Material wird von einem lokalen Sammelunternehmen in Containern zum Recyclingstandort von Roba in IJsselstein gebracht. Dort findet eine umfassende Qualitätskontrolle statt. Das Kupfer wird gewogen und unter anderem hinsichtlich seiner Reinheit, Oxidation sowie möglicher organischer Rückstände oder metallischer Anhaftungen beurteilt. Wo immer möglich, prüft Roba gemeinsam mit den beteiligten Partnern, wie das Material möglichst sauber und sortenrein angeliefert werden kann. Je reiner der Materialstrom ist, desto hochwertiger kann das Kupfer erneut in den Kreislauf zurückgeführt werden. Nach der Kontrolle wird das Kupfer aufgrund der Größe der einzelnen Teile zu kompakten Paketen gepresst. Dadurch wird das Material auf den Schmelzprozess vorbereitet und kann anschließend erneut als wertvoller Rohstoff eingesetzt werden. Das Kupfer, das jahrzehntelang Teil der Maastunnelgebäude war, beginnt damit ein neues Kapitel im Materialkreislauf.

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Lars Verlinden, Procurement Manager bei Roba Recycling

„Das Besondere an Kupfer ist, dass es immer wieder recycelt und erneut eingesetzt werden kann, ohne dabei an Qualität zu verlieren. Das Material, das viele Jahre lang Teil der Maastunnelgebäude war, führen wir nach sorgfältiger Kontrolle und Verarbeitung wieder in den Rohstoffkreislauf zurück. Gerade bei Projekten, bei denen verschiedene Fachbereiche innerhalb von Roba zusammenarbeiten, können wir unsere gemeinsame Stärke voll ausschöpfen.“

Zusammenarbeit als verbindende Kraft

Die Restaurierung der Maastunnelgebäude zeigt, was möglich ist, wenn verschiedene Spezialisten ihr Wissen und ihre Möglichkeiten zusammenbringen. Ridder Skins for Buildings führt die Kupferarbeiten aus, KME produziert das neue walzblanke Kupfer und Roba Metals sorgt für die Verfügbarkeit und Lieferung des Materials.

Gleichzeitig arbeiten die Mitarbeitenden aus den Bereichen Nichteisenmetalle, Architectural Metals und Recycling innerhalb von Roba eng zusammen. Bereits bei der Vereinbarung der Materiallieferung entstand die Idee, auch die bei der Restaurierung anfallenden Kupferströme zurückzunehmen. Anschließend wurden die praktischen und logistischen Einzelheiten des Recyclingprozesses gemeinsam mit Ridder weiter ausgearbeitet.

So entsteht eine Lösung, die den gesamten Weg des Materials umfasst, von der Lieferung des neuen Kupfers bis zur hochwertigen Verarbeitung des alten Materials.

Werte für die Zukunft erhalten

Für Roba Metals bedeutet die Restaurierung der Maastunnelgebäude mehr als die Lieferung einer großen Menge Kupfer. Es handelt sich um ein Projekt, bei dem Materialkompetenz, Service, interne Zusammenarbeit und Recycling auf greifbare Weise zusammenkommen.

Das neue Kupfer wird in den kommenden Jahrzehnten zum Schutz und zur besonderen Ausstrahlung der denkmalgeschützten Gebäude beitragen. Das Altkupfer wird währenddessen nicht als Abfall entsorgt, sondern als wertvoller Rohstoff erneut in den Kreislauf zurückgeführt. Auf diese Weise erhält ein vertrauter Teil des Rotterdamer Stadtbildes eine neue Zukunft, während der Wert des Materials bewahrt bleibt.

Weitere Informationen zur Restaurierung der Maastunnelgebäude finden Sie auf der Website der Stadt Rotterdam, der Auftraggeberin der Restaurierung. Die in diesem Beitrag gezeigten Fotos der Maastunnelgebäude wurden ebenfalls von der Stadt Rotterdam zur Verfügung gestellt und sind deren Eigentum.